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Ort:

Luthern (CH)
 
 

Wärmeverbund Luthern

Erste Anlage in der Schweiz mit Unterstützung des Klimarappens

Das Dorf Luthern am Fusse des Napfgebietes mit seinen 1400 Einwohnern blickt auf eine lange Geschichte zurück. In diesem Jahr schrieb die Gemeinde ein weiteres Kapitel.
Die Sägerei Christen, welche jährlich Tonnen von Holz verarbeitet und dabei einiges Säge-Restholz „übrig“ hat, wollte auch diesen Abfall möglichst sinnvoll verwenden. Es bot sich die Möglichkeit durch den Neubau einer Heizzentrale, welche mit einem Elektro-Filter ausgerüstet ist und die Verbrennung von Altholz möglich macht, diesem Umstand Rechnung zu tragen. Desweiteren konnte im Spätsommer nach dem positiven Entscheid des Parlamentes zum Klimarappen bei den Kosten-/Nutzenrechnungen dieser miteinbezogen werden. Die Sägerei Christen stellte das Gesuch unter Angabe aller projektrelevanter Angaben und erhielt in der Folge von offiizieller Seite grünes Licht zur Realisierung. Damit ist der Wärmeverbund Luthern die erste Anlage in der Schweiz, die mit dem Klimarappen unterstütz wird.
Technische Abklärungen bezüglich Produkteeinsatz fanden bereits zu Beginn statt, als der Wärmeverbund noch eine Idee war. Die grosse Herausforderung bestand darin, dass das Projekt nicht vor dem Entscheid „Klimarappen“ bestellt, geschweige denn, bereits gebaut werden durfte, die Anlage aber trotzdem pünktlich mit Beginn der Heizperiode in Betrieb genommen werden sollte. Die Betriebstemperatur war auf 100° Celsius veranschlagt und die Meinungen gingen auseinander, ob das Netz mit starren und flexiblen oder nur mit flexiblen Rohren zu realisieren sei. Bedenken bezüglich dem Einsatz von Flexwell bestanden beim Kunden insbesondere im Bereich von Druckverlust und Geräuschen. Letzten Endes fiel der Entscheid doch zugunsten des FHK aus, allerdings plante man die Zubringerleitung, welche etwa 550 Meter beträgt, eine Dimension grösser. Im weiteren stellte sich das Napfgebiet als topografische Herausforderung dar. Luthern selber ist sehr hügelig und der Boden ist lehmig. Trotzdem war die Vorgabe der Bauherrschaft das gesamte Verteilnetz, welches im Total 2200 Meter beträgt, innerhalb von 6 Wochen zu verlegen und zu montieren. Dabei musste zum einen das Personal eingeplant und das Material bestellt, verarbeitet und zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort angeliefert werden. Um die Vorgaben bei der Montage einhalten zu können, wurden praktisch nur Spezial-Verteil-Stücke mit Abzweigungen eingesetzt, welche in dieser Form noch nie eingesetzt wurden und auch die Fabrikation vor Herausforderungen stellte. Dank dem Know-how aller Beteiligter, dem unermüdlichen Einsatz und dem Mut, auch Neues als Chance wahrzunehmen, konnte das Netz aber letztlich termingerecht übergeben und der Wärmeverbund in Betrieb genommen werden. 96% aller Haushaltungen in Luthern erhalten heute ihre Wärme durch das Verbrennen von Altholz in der Sägerei Christen.
 
 
 
 
 
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